Meine erhöhte Harnsäure senken. „Wie mach ich das?“

Vor kurzem erhielt ich eine E-Mail einer besorgten Ehefrau mit genau dieser Frage. Bei ihrem Mann wurden erhöhte Werte festgestellt und nun mache Sie sich große Sorgen.

Wir haben anschließend während eines persönlichen Coachings (samt ihrem Ehemann zu Dritt 🙂 ) tolle Möglichkeiten und Strategien gefunden. Kurze Zeit später stellten sich erste Besserungen ein.

Eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Aspekte möchte ich Dir in den nächsten Zeilen vorstellen.

Worüber sprechen wir überhaupt???

Harnsäure ist NICHT das gleiche wie Harnstoff! Das wird leider oft immer noch verwechselt bzw. sogar in den gleichen Topf geschmissen.

Harnstoff entsteht beim Proteinstoffwechsel. Bei diesem Vorgang wird das entstandene toxische Ammoniak beseitigt.

Dieser Ammoniak hat aber nicht garnichts mit Gicht zu tun. Für gichtähnliche Symptome ist nämlich die Harnsäure verantwortlich, die in Deinem Körper aus Purinen entseht. Zu den Purinen später mehr.

Ein zu hoher Harnsäurewert

Wenn Dir mal wieder nicht ganz klar ist, was Dein Arzt Dir mitteilen möchte, könnte es sein, dass er von einer Hyperurikämie spricht.

Das heißt auf gutdeutsch nichts anderes wie “zu viel (hyper) Harnsäure im Blut”. Wird in Deinem Blut ein Harnsäurewert von über 6,5 mg/dl ermittelt, spricht der Mediziner von einer Hyperurikämie. Mögliche und wahrscheinliche Gründe für eine Hyperurikämie sind:

Harnsäure senken – Oft ein Zusammenspiel vieler Faktoren

Um Deine Harnsäurewerte zu senken solltest Du Dir folgende Teilziele setzen:

  • Deine Insulinsensitivität wieder auf Vordrmann bringen.
  • Vorhandenes Übergewicht reduzieren (Link zu Ernährungsplan).
  • Erhöhte Bluttfettwerte senken.

Maßnahmen zur Senkung der Harnsäure

Viele greifen, selbst bei einem moderat erhöhten Harnsäurespiegel (per Definition unter 9 mg/dl) bereits zu Medikamenten. Dies verordnen in viele Fällen leider auch unsere Ärzte. – Schade!

Dabei kann in solch einem Falle oft eine Ernährungsumstellung (Ernährungsplan) als alleinige Maßnahme ausreichen, um die im Körper befindliche Harnsäure senken zu können. Auf diese Weise ist ein auskristallisieren der Harnsäure zu vermeiden.

Kleine, fiese Harnsäurekristalle

Ab einer Konzentration von 6,5 mg/dl bilden sich aus der Harnsäure feste und spitze Harnsäurekristalle aus. Dieser Vorgang wird “auskristallisieren” genannt. Eine erhöhte Kristallisationsgefahr besteht in folgenden Szenarien:

  • Beim Fasten/ketogener Ernährung
  • Bei Sport durch die mögliche erhöhte Laktatbildung
  • Durch geringe Flüssigkeitszufuhr

Durch diese möglichen Ursachen kann sich ein Harnsäurewert von über 6,5 mg/dl einstellen. Veränderst Du nun an diesem Zustand (erhöhte Harnsäurekonzentration über längere Zeit) nichts, kann es zu einem akuten Gichtanfall kommen.

Dabei nehmen Deine Makrophagen (das sind bestimmte Zellen Deines Immunsystems) die Kristalle auf und schütten im Gegenzug entzündungsfördernde Botenstoffe aus.

Wie fühlt sich das an?

Die Folge ist eine sehr schmerzhafte und heftige Entzündungsreaktion, mit deutlichen Rötungen, starken Schwellungen und örtlichen Temperaturerhöhungen. Meist beginnt der Schmerz bei Männern im Großzehengrundgelenk. Bei Frauen hingegen sind anfangs häufiger die oberen Extremitäten an mehreren Gelenken gleichzeitig betroffen.

Es kommt zu Ablagerungen von Harnsäurekristallen in Knorpel, Knochen, Sehen und anderen Geweben. Dieser Bereich wird dann als Gichtknoten oder Tophi gezeichnet. Langfristig führt solch ein Zustand zu Gelenkbeschwerden und degenerativen Knorpelschäden. Besteht solch ein Zustand langfristig, dann beginnt auch die Niere darunter zu leiden. Funktionseinbußen und Entzündungen, aber auch Harnsäuresteine können können dann die Folge sein.

Deine To Dos, um Harnsäure zu senken

Pflanzliche Lebensmittel sind purinärmer als tierische Lebensmittel. Das heißt aber nicht zwangsläufig, dass eine vegetrische Ernährung auch zwingend purinärmer ist. Aufgrund dessen, dass oft immer noch das Vorurteil gilt, alle tierischen Lebensmittel seien bei einer Hyperurikämie zu meiden sind, möchte ich an dieser Stelle Eier, Milch und Milchprodukte hervorheben. Diese Lebensmittel sind quasi purinfrei und für eine purinarme Ernährung unbedingt empfehlenswert.

Ein “To-Do”-Liste

  • Zucker und Fruktose in Reinform meiden
  • Ovo-lakto-vegetabile Ernährung präferieren
  • Meide hohe glykämische Last und glykämischen Index, Insulin vermindert Harnsäureausscheidung über die Niere => nutze kohlenhydratarme Rezepte
  • Reduziere Deinen Alkoholkonsum auf ein Minimum
  • Kochen ist vorteilhafter gegenüber Braten, da Purine die Möglichkeit haben auszutretten
  • Viel trinken
  • Mehrere kleine (5-6) Mahlzeiten am Tag

Der allgemeine O-Ton der klassischen Ernährungsmedizin?

Zwei grundsätzliche Formen, die nach der klassischen Ernährungsmedizin unterschieden werden, sind die purinarme (weniger als 500 mg Harnsäure pro Tag) und die streng purinarme (weniger als 300 mg Harnsäure/Tag) Ernährungsweise.

Strengpurinarme Ernährung: Harnsäure/Tag < 300 mg pro Tag Purinarme Ernährung: Harnsäure < 500 mg pro Tag!

Liste sogenannter Harnsäurebomben

Lebensmittel Harnsäure (mg) pro 100 g
Kalbsbries 1468
Hefe 680
Schweinemilz 601
Sprotten 463
Rinderlunge 396
Kalbsmilz 395
Schweineniere 390
Forelle 345
Ölsardinen, abgetropft 319
Forelle 315
Anchovis, Sardellen 300
Rinderleber 292
Schweineleber 289
Kalbsleber 287
Kalbslunge 280
Kalbsniere 280
Pferdefleisch 278
Gänsefleisch, mit Haut 254
Hering 237
Matjesfilet 228
Putenfleisch, mit Haut 219
Filet 212
Schnitzel (Schwein) 211
Kalbsherz 210
Keule (Kalb) 210
Schweineherz 210
Schulter (Schwein) 205

Was tun bei permanent erhöhten Harnsäurewerten?

Wichtige Punkte, die mir hierzu sofort einfach, wie aus der Pistole geschossen:

  • Normalisierung des Körpergewichts
  • Strikte Alkoholabstinenz
  • Deutliche Reduzierung der glykämischen Last => nutze Low Carb Rezepte
  • Erhöhung der täglichen Proteinmenge durch purinarme Lebensmittel (Eiweiß fördert die Harnsäureausscheidung)
  • Berücksichtigung des Säure-Basen-Haushalt (=einfach verdammt viel Gemüse essen).

Ein alternativer Diätansatz bei Gicht ist folgendermaßen vorstellbar:

  • Eine betonte, purinarme Ernährung
  • Absolute Alkoholabstinenz

Mit dem Wissen und vor allem den Empfehlungen wirst Du es schaffen Deine Harnsäure senken zu können. Da bin ich mir sehr sicher.

Hattest Du selbst vielleicht schon mal einen Gichtanfall oder hast Du Freunde/Bekannte, die diese schmerzhafte Erfahrung bereits machen mussten? Dann teile diesen Beitrag sehr gerne mit ihnen!

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